Ein planetarischer Nebel entsteht, wenn sich ein roter Riese nach Abklingen der Kernfusionsprozesse seiner
äußeren Hüllen entledigt und sie in den umgebenden Raum abbläst.(Auch unserer Sonne ereilt
dieses Schicksal.) Die Geschwindigkeit dieser Expansion seiner Gasschalen ist relativ gering und beträgt
typischerweise ca. 20 Km/sek.. Nach einigen zehntausend Jahren, wenn die Gashülle einen Radius von 2 bis 3
Lichtjahren erreicht hat, ist der Nebel zur Unkenntlichkeit verblasst. Insofern sind die planetarischen Nebel, die
uns am Himmel von kleiner Sterngrösse bis zum halben Vollmonddurchmesser begegnen, astronomisch gesehen junge
Objekte. Ihre Zentralsterne sind die übriggebliebenen nackten Kerne ehemaliger roter Riesen und machen gerade
eine Entwicklung zu weißen Zwergen durch. In dieser Übergangsphase einer enormen Kontraktion besitzen
die Sterne hohe Temperaturen von durchschnittlich 100000 K oder mehr. Sie können daher durch ihre intensive
UV-Strahlung den umgebenden Nebel ionisieren und zu Leuchtemissionen anregen.
Viele planetarische Nebel, wie zum Beispiel der Ring-Nebel "M57" in dem Sternbild Leier,
zeigen im kleinen Fernrohr eine annähernd runde Gestalt, was ihnen im 18. Jahrhundert von F. W. Herschel wegen
der Ähnlichkeit mit Planetenscheibchen ihren eigenwilligen Namen eingetragen hat.